MODERN DATING

Die zeitgemäße Art des Partner-Findens in Form von heiß-debattierten Online Dating Apps.

Die Bekannteste unter ihnen ist Tinder mit satten 5 Millionen mehr oder weniger verzweifelten Singles (hoffen wir zumindest, dass der größte Teil von ihnen tatsächlich solo unterwegs ist), die auf der Suche nach der großen Liebe für einen Tag, eine Nacht oder eben gleich das ganze Leben sind.

Oder eben nach ein wenig Excitement zwischen dem allmorgendlichen Wecker-klingeln bin hin zum abendlichen Zähneputzen, bei der täglich-monotonen Pendelstrecke zur Arbeit, oder auf dem stillen Örtchen (so genau möchte man sicher nicht wissen, in welcher Situation die Person einen gelikt hat).

Mit dem Swipen ist es so eine Sache. Schließlich schiebt man dabei (für alle, die die einmalige Erfahrung mit Dating Apps noch nicht machen konnten – mein Beileid!) das erschienene Foto einer unbekannten Person mit dem Finger entweder nach links und somit in die unergründlichen Tiefen des Online-Abgrunds, oder eben auf die nächste Stufe, des potentiellen Matches und Kontaktaufnehmens, via Wisch nach rechts. Zumindest stellt dies den Ausgangspunkt von beispielsweise Tinder oder Bumble dar. Der Start des Verdammt! oder auch der Fairytale Story.

Nur leider ist swipe right in der Realität eher ein swipe left, also ein nope anstelle eines yes, denn so sehr man sich auch bemüht, die lieben Charaktereigenschaften eines Menschen zu imaginieren und aus den Bildern heraus zu interpretieren wie ich zu Schulzeiten bei der Gedichtinterpretation (ich hatte in der mündlichen Prüfung eine 5. Eine 5! Unvorstellbar schlecht für eine mündliche Prüfung im Gedichte analysieren. So viel dazu), so unerschütterlich ist dennoch der Fakt des äußeren Erscheinungsbildes. Und darum geht es schließlich bei den rein aufs Äußerliche fokussierten Online Dating Apps.

Ich allerdings finde sie super!

Wirklich. Kein Scherz!

Viele Freunde und Bekannte und glücklicherweise für immer Unbekannte sind allerdings der Meinung, dass Online Dating Apps:

„Zu oberflächlich“ sind

Nein echt? Welch Erkenntnis! Herzlichen Glückwunsch, ganz ehrlich. Es muss schon eine wahnsinnige Leistung sein, zu dieser Feststellung zu kommen, vor allem, da es bei den Apps ja nun mal ausschließlich um das Aussehen geht (mal ehrlich, wer hat schon Zeit sich den Text eines Jeden durchzulesen, vor allem, wenn er durch sein Aussehen von vornherein raus ist?). Wahnsinns Leistung, ich applaudiere.

Aber mal im Ernst. Hier meine Gegenfrage: Um was geht es in der realen, der offline Welt beim Erstkontakt?

Richtig, auf den ersten Blick geht es um den ersten Blick. Zwar kann man im 4D-Format schneller erkennen, wie eine Person sich verhält, wie sie sich benimmt, lacht, redet, schaut, eventuell, ob sie witzig ist oder traurig, ernst oder nur beschäftig ist, wie sie riecht und eben alles, was auf einem Foto nicht zu erkennen ist.

Diese Dinge sieht man nicht direkt auf einem Foto, aber dafür erfährt man eben andere relevante Informationen wie:

  1. Beziehungsstatus der Person – Single (zumindest wird es bei Tinder und Co. optimistischer Weise angenommen).
  2. Name der Person (sofern er korrekt ist).
  3. Alter der Person (sofern es korrekt ist).
  4. Ob einen die Person ebenfalls attraktiv findet (und sich diese nicht verklickt hat oder Freunde für sich hat spielen lassen).
  5. Kontaktaufnahme mit der Person (im Falle eines gegenseitigen Interesses direkt über die App).

Vor allem für diejenigen unter uns, die ein wenig schüchterner unterwegs sind, nicht allzu extrovertiert Menschen ansprechen oder mit öffentlichen Körben und Zurückweisungen einfach nicht gut umgehen können, bieten Online Dating Apps eine wirklich sinnvolle Alternative. (Achtung: Dies bedeutet nicht, dass es weniger Körbe gibt – ganz im Gegenteil – aber kann man eben im stillen Kämmerlein damit umgehen lernen und nicht in einer vollen Bar vor lauter plötzlich Involvierten.)

Auch für all diejenigen, die bereit sind, sich zu settlen, zu heiraten, ein Haus zu bauen und miteinander am Lagerfeuer zu sitzen, bis man alt und runzelig ist, verbirgt sich hinter Elite Partner, Parship oder einigen Weiteren sicher die richtige Lösung.

Attraktivität bestimmt, wen man auf einer partnerschaftlich-liebevollen Ebene bereit ist, kennen zu lernen. Und das ist völlig legitim. Ein gewisses Maß an Attraktivität und Anziehung ist schließlich einer der vielen Unterschiede zwischen einer Freundschaft und einer Partnerschaft und muss unbedingt gegeben sein. Darum geht es nicht um das Aussehen als Solches einer Person, sondern um dessen Attraktivität für jemand Anderen.

Es geht um die Ausstrahlung, die Symmetrie des Gesichts, das allgemeine Erscheinungsbild, den Duft des Anderen, dessen Lachen, die kleinen Fältchen um die Augen, die sich so goldig zusammenziehen, wenn die Person aus vollem Herzen lacht, die Bewegungen und individuellen Kleinigkeiten.

Person A mag Person B beispielsweise auf eine gewisse Art und Weise attraktiv finden. Person C hingegen Person B überhaupt nicht. Und ebenso mag Person B beispielsweise Person A und F aber eben nicht G attraktiv und anziehend finden.

Verwirrt? Ich auch.

Die Message, die ich kläglich versuche, herüber zu bringen, ist: Es ist völlig irrelevant, ob Person A, B, C oder G tatsächlich hübsch aussehen. Ein jeder hat eine andere, individuelle Präferenz und somit ein anderes Empfinden hinsichtlich der Attraktivität einer Person. Also eigentlich ganz einfach.

Doch generell gilt: Das äußere Erscheinungsbild zählt. Im Job, privat, an der Tankstelle, wenn man jemanden um Hilfe bittet, beim Dönerladen um die Ecke oder eben in den unendlichen Tiefen des Internets.

Der erste Eindruck ist zwar live und in Action eben live und in Action, sprich 4D, aber die Verarbeitung dessen bleibt dieselbe.

Drum seid der modernen Art des Datings in Form von Online Dating Apps gegenüber bitte nicht so oberflächlich. Ich wette, ihr ertappt Euch auch im echten, im offline Leben, heimlich beim nach-links- und-rechts-Wischen.

„Primitiv“ sind

Yes und No. Es kommt immer darauf an, was man selbst daraus macht. Ganz einfach.

Wenn man ehrlich ist, sind Dating Apps schließlich nur Software Lösungen, Plattformen. Leere Möglichkeiten, die darauf warten, mit Leben befüllt zu werden. Wie Locations. Je nach Party-Gästen kann ein komplett anderes Event entstehen – oder eben gar eskalieren.

Depends on you.

Es werden einem selbstverständlich verschiedene Möglichkeiten geboten, aber worauf man Lust hat und wie man sich letztlich verhält, ist jedem selbst überlassen. Und dies gilt nicht nur in Bezug auf Dating Apps.

Eine Frau hat beispielsweise kürzlich im Lotto gewonnen und ihrem Chef daraufhin als erste Amtshandlung auf den Schreibtisch gemacht (großes Geschäft, nicht zahlenbezogen).

Kleiner Joke am Rande? Leider nein, aber exakt mein Humor.

Ich habe es vor Kurzem als Screenshot eines Zeitungsartikels bei Instagram gesehen, mich halb totgelacht, die Frau dafür gefeiert und den Screenshot des Screenshots des Artikels an alle meine weniger konservativ-orientierten Freunde geschickt. Trauriger Weise stand sie nicht umsonst in der Zeitung (mit dem live-eingefangenen Blick des Chefs hätte man sicher mehr Exemplare verkauft), denn sie bekam eine satte Strafe. War es notwendig? Gut, ich schätze, das war es tatsächlich. War es die einzig richtige Reaktion auf einen Lottogewinn? 60%: Nein. Ist der Sprung mit Anlauf in ein ungemachtes Bett mit einem semi-geilen Typen nach dem ersten Tinder-Date der einzig richtige Schritt (im wahrsten Sinne des Wortes), den man auf keinen Fall verpassen sollte? Ganz bestimmt nicht.

Jeder Mensch wird täglich vor eine Reihe von Entscheidungen gestellt. Manche wählen den richtigen oder den als gesellschaftlich-anerkannt, richtigen Weg. Andere hingegen verpassen die Abzweigung (im Knast trifft man sicher auf den ein oder anderen, der seine Entscheidung eventuell noch einmal überdenken sollte).

Das ist zumindest meine eigene, ganz persönliche Ansicht und ebenjene kommuniziere ich meinen Online Dating-unaffinen Freunden. Witzig ist allerdings, dass sie nach meinem kleinen, ganz euphorisch-begeisterten Monolog über die vielen Möglichkeiten des Online Datings, dann doch vergleichsweise schnell ihre eingefahren-engstirnige Meinung ändern und dem ganzen zumindest aus sicherer Entfernung und Unbeteiligtheit eine Chance geben würden.

Das Witzige an Aussagen wie beispielsweise, dass Dating Apps primitiv sind und dass eh jeder nur mit einem ins Bett will, ist, dass vor allem gerade die Jungs und Mädels, die in ihrem Profilspruch bereits erwähnen, dass sie nicht für einmalige Geschichten (Sex) zu haben sind, in der Regel diejenigen sind, bei denen unter aller höchster Garantie am ersten Abend was laufen wird.

Warum?

Kann ich selbstredend aus persönlicher Erfahrung nicht beantworten.

Ich schätze allerdings, dass es daran liegt, dass der Fokus bereits seit dem Download der App und Profiltexterstellung rein auf der sexuellen Ebene der großen Chancenvielfalt der App gelegt wurde, anstatt auf die vielen anderen Möglichkeiten der Nutzung. Beispielsweise das Kennenlernen neuer, interessanter Menschen, der Austausch von Erfahrungen, das generelle Daten inklusive aller Fails und Fairytale-Stories, oder einfach das monotone Fingerwischen mit hypnotisierend-abschaltender Wirkung.

Ja, es mag sein, dass manch einer und manch ein anderer oder die ein oder auch andere oder wer auch immer anderes, Dating Apps nur aufgrund des erotischen Zaubers, der sinnlichen Verführung oder des lustvollen Hingebens herunterlädt.

Schlimm? Nö.

Gut? Klar!

Warum denn auch nicht?

Schließlich hat jeder das ein oder andere Bedürfnis, das befriedigt werden möchte.

Manch einer hat das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und erzählt während der Bahnfahrt nicht der Freundin auf besonders witzig-aufmerksamkeitserregende Art eine Story, bei der diese selbst dabei war, sondern dem süßen Typen im 4-er Abteil dahinter (selbst erlebt – ich war das Accessoire).

Manch einer hat das Bedürfnis nach Power und leitet eine ganze Abteilung, bei der er allein das Sagen hat.

Mancher sehnt sich nach Unabhängigkeit, wohnt alleine und fährt alleine in den Urlaub.

Und eben andere wiederum haben das Bedürfnis nach gelegentlicher Nähe, Zuneigung, Abenteuer oder Nervenkitzel, die ein Date eben so bietet.

Das Schöne ist auch, dass ein jeder wie gesagt selbst bestimmen kann, worauf er oder sie Lust hat. Als ich beispielsweise zu meinen Tinder-Karrierezeiten im ersten Kontaktversuch des Anderen den stumpfen Annäherungsversuch als wenig anziehend empfand, ist der Finger schneller von den paar eingeübten Klicks zum endgültigen Entmatchens gesprungen, als man hätte messen können. Ihr kommt nicht hinterher? Einfach. Wenn mir jemand als erste Nachricht etwas à la “Sex?” oder “Zu dir oder zu mir?” (bestenfalls noch mit Rechtschreibfehlern) sendet, so un-matche ich diesen.

Deleted. Gone. Next.

Ganz einfach.

Nicht aufregen. Lächeln. Und weiter.

Ab und an bei anderen Malen entstanden hingegen bereichernd-witzige Konversationen und der gemeinsame Nachmittag oder Abend war einfach super schön.

Sprung wurde gewagt und ist gelungen.

Und soll ich Euch was sagen?

Es war leider geil.

„Peinlich“ sind

Tut mir leid, aber seht ihr irgendwo Selbstbewusstsein?

Irgendwo?

Ich nicht.

Mal im Ernst. Was ist denn bitte peinlich daran, einer Online Dating App eine Chance zu geben und sich damit selbst (und natürlich auch anderen, einen kennen zu lernen) eine Chance zu geben?

Verstehe ich nicht. Aber ich habe noch nie so recht verstanden, inwiefern nicht vorhandenes (Betonung auf nicht vorhandenes) Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl in irgendeiner Art und Weise attraktiv und nicht peinlich sein könnte.

Anyhow, Dating Apps sind nicht peinlich.

Punkt.

Man könnte eher diskutieren, ob diejenigen, denen Dating Apps peinlich sind, peinlich sind. Aber Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und vor allem Selbstironie sind andere Themen.

Kleine Anekdoten aus meinem Leben, um mein Empfinden gegenüber Peinlichkeit oder was auch immer darunter verstanden werden möchte, zu signalisieren:

  1. Dating Apps fand ich schon immer super und habe meinen Freunden euphorisch davon erzählt, die anschließend fast ihren Freund verlassen hätten und mit mir auf das Tinder-Boot zu springen (naja gut, nicht alle und eben nur fast).
  2. Ich habe eines Sonntags beim Spaziergang mit meinen Eltern, meinem Bruder und meiner Oma zufällig ein Tinder-Date aus München gesehen. Haben uns kurz nett unterhalten und anschließend wusste meine ganze Family, dass er ein Tinder-Date war. Langweilig, ist ja nicht peinlich? True. Gut erkannt!
  3. War ich kürzlich mit meiner Family (Eltern, Schwester + ihr Freund, Bruder + seine Freundin und meiner Oma) eine Woche in unserem Ferienhaus an der Nordsee. Es ist unnötig zu erwähnen, dass ich ohne +1 am Start war. Same procedure as every year. Die Tatsache, dass ich dieses Jahr allerdings (mal wieder alleine) dabei war und einen Ratgeber namens „Coach dich selbst, sonst liebt dich keiner“ mit dem Untertitel „Der ultimative Beziehungsratgeber“ dabeihatte, empfand ich als einmalig gut. Habe ich das Buch versteckt? Nö. Habe ich das Buch verheimlicht? Nö. Habe ich so getan, als sei es nicht gut? Ganz im Gegenteil, ich habe ständig mein neuerworbenes Wissen (zum Leid meiner Familie) in voller Euphorie zum Besten gegeben. Leider geil? Ihr habt es verstanden!
  4. Ich hatte zu der Zeit Tinder bereits gelöscht (ja, tatsächlich, aber dazu komme ich wann anders), aber auch offen und mit einem Schuss Selbstironie beim Frühstück erzählt, dass ich es am Abend zuvor für ganze 3 Minuten erneut re-installiert hatte, da ein großes Sport-Event in der näheren Umgebung stattfand und ich mir die heißen, blonden (größtes Faible für Blonde!), sportlich-trainierten Männer anschauen wollte. Peinlich? Nö. Leider geil? Ihr habt den Dreh! Was also peinlich ist oder nicht, liegt rein in Eurem eigenen Bemessen, Eurer Interpretation und Kommunikation. Eins meiner liebsten Zitate passt gerade wunderbar, denn es lautet ungefähr so: „Niemand kann Dir ein Minderwertigkeitsgefühl geben, ohne Deine Einwilligung.“ und stammt von Eleanor Roosevelt. Wenn sich also jemals jemand über euch lustig machen sollte, was auch immer es anbelangen möchte, so steht einfach zu Euch selbst und kommuniziert es. Ein klares „Mega, oder!?“ voller Überzeugungskraft reicht bereits aus, dass die Minderwertigkeitskomplex-Verteiler den Hals einziehen wie eine Schnecke ihre Fühler (oder Augen? Habe ich noch nie verstanden) im Sturm.

Also: Brust raus, Selbstbewusstsein her und los geht’s!

Selbst vielen Usern der Apps scheint es unangenehm zu sein, tatsächlich ihren Seelengefährten über eine solche Option kennen lernen zu können. Ich schätze nämlich unter den Aussagen und Profilsprüchen à la „Wir erzählen unseren Freunden und Familien einfach, dass wir uns im Supermarkt kennen gelernt haben.“ stecken mehr Fünkchen Wahrheit, als manch einer auf seine ironische Art und Weise zugeben möchte.

Aber mal im Ernst: So what!? Wir leben im Jahre 2019, da kann man doch mal modern genug sein und dazu stehen, dass eben jene belächelten Apps tatsächlich funktionieren.

Und somit direkt zum nächsten Punkt.

„Nicht funktionieren“

Möchtet ihr wissen, wie viele Bewerbungen ich verschickt habe, bevor ich meinen jetzigen Job fand?

Hunderte!

Das „e“ am Ende war kein Versehen.

Ich male Euch gerne noch zwei dazu: Hunderteee.

Bei einer Jobplattform, bei der ich Easy-Apply-Bewerbungen (ohne Anschreiben, der reine Lottogewinn) vollends für mich entdeckt hatte, wurde ich sogar für einen Roboter gehalten. Kein Scherz! Ich hatte es scheinbar ein klein wenig übertrieben, als ich mal so richtig in Schwung war – wirklich, ich musste ständig irgendwelche Buchstaben- und Zahlenkombinationen abtippen und Bilder von anderen unterscheiden, bevor es weiterging.

Quantität statt Qualität war mein Motto, denn bei einer ganzen Masse muss früher oder später mal etwas Gutes dabei sein.

Habe ich Recht?

Ich finde schon. Und genau so sehe ich es in Bezug aufs Dating auch. Ob online oder offline oder was auch immer futuristisch demnächst noch so möglich sein mag. Für manche geht es schneller, für manche weniger schnell. Hingegen daten viele mehr und andere weniger. Manche sind offener als andere und ein paar treffen einfach den richtig-passenden Typen Mensch. Völlig gleich, denn für jeden wird früher oder später mal der Richtige dabei sein.

“Found a job yet?” fragte mich damals ein Freund von mir aus den USA und auf meine Antwort „No, not yet. But I’m working on it.“ sagte er – und jetzt kommt‘s – dass ich ja nur einen bräuchte.

Nur einen!

Einen einzigen Job

Diese Nachricht brachte mich kurz sprachlos aus dem Gleichgewicht. Tatsächlich hatte ich die Erkenntnis, dass ich nur einen einzigen scheiß Job bräuchte, un-überraschenderweise auch schon, aber dennoch war es interessant, diese Tatsache so stumpf heruntergebrochen, in schwarz auf weiß zu lesen.

Aber exakt gleich ist es bei der Partnersuche.

Man braucht schließlich nur einen Partner.

Einen der passt, keine Frage. Aber so eilig, als dass man lieber den Falschen als keinen nimmt, hat es hoffentlich keiner von Euch.

Fraglich ist nur, wie Leute auf die Idee kommen, dass Tinder und Co. nicht funktionieren.

Fraglich alleine deshalb, als dass online ja nur die Personen (ok, hoffen wir es zumindest) auftauchen können, die live und in Action in dem von einem selbst definierten Radius auch anzufinden sind. Und zusätzlich eben jene, die für die kostenlosen Apps zahlen, um ihre Möglichkeiten durch den erlangten Premium-Status auszuweiten.

Nur die.

Wie soll es dann also bitte nicht funktionieren? Wenn man es nicht von vornherein völlig vergeigt, in dem man ein winkendes Schwein als witzige Art, hallo zu sagen, versendet, oder sonst kommunikativ nicht auf der Höhe ist (und selbst da findet sich sicher jemand).

Zudem sind Frauen und Männer, wenn sie online nur auf das Eine (Sex, wie offensichtlich) aus sind, im realen Leben sicher nicht bedürfnislos, prüde und bereit für die ewige Bindung.

Also bitte.

Versucht es!

Gebt den lieben Menschen da draußen eine Chance und vergesst nicht, die Masse macht‘s! Wer sich fingerwischend durch hunderte Bilder kämpft, findet bestimmt den zumindest ein oder anderen interessanten Kandidaten.

Und wer trotz meines Enthusiasmus gegenüber Online Dating Apps eine tiefe, innere Antipathie gegen ebenjene hat, hält bitte im wahren Leben – ob im Supermarkt, in einer Bar oder in der Sauna – die Augen offen!

Deine,
B.

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