Geduld

Geduld ist eine Tugend, heißt es doch so schön.

Eine Tugend.

Ah ja.

Was auch immer das sein mag: ich hab’s nicht.

Die Tugend.

– Tu-gend.

Das Wort dürfte außerhalb des verstaubten Sprichworts nicht allergrößter Beliebtheit erfahren.

5,8 Millionen Google-Treffer. Na, immerhin – wer hätt’s gedacht.

Corona hat hingegen über 1.204.000 mehr.

Nur so zum Vergleich.

Die Tugend.

Laut Duden ist sie eine – jetzt kommt’s – sittlich wertvolle Eigenschaft (eines Menschen), Keuschheit.

Oh je.

Das Gegenteil von Tugend ist übrigens ein Laster: eine zur Gewohnheit gewordene Untugend.

So so.

Dann habe ich wohl ein Laster.

All jene Morgenmuffel, Aperol-Liebhaber und Süßigkeitenvernichter unter Euch: Willkommen in meiner unsittlichen Ecke.

Na jedenfalls: ich bin nicht geduldig.

Nicht zwingend immer nicht geduldig. Manchmal bin ich es tatsächlich, wenn ich mich mit meinem Schicksal bereits abgefunden habe, zum Beispiel:

Im Supermarkt hinter einem Eincentstück-Sucher.

Geduldig wie ein – da fällt mir doch so spontan kein Bespiel ein, aber ihr wisst sicher, was ich meine.

Bei anderen Dingen, zumindest all jenen in Bezug auf meine Selbständigkeit, bin ich hingegen ungeduldig.

Hibbelig.

Kribbelig.

Keine Zeit.

Es muss weitergehen.

Schneller gehen.

Sich überhaupt bewegen.

Vorwärts. Nicht zurück.

– Ungeduld.

Laster oder Tugend?

Und für die Selbständigkeit?

Oder – gerade dafür?

Braucht es nicht wen, der anschiebt?

Und Gas gibt?

Gleichermaßen?

Weiter geht’s!

Deine,
B.

Startup & Co.

Love & Dating

Contact@Singelicious.com