DOPPEL-D.

Doppel-D.

Doppel-Date.

Nicht doppel-D als Körbchengröße.

Enttäuschung.

Sorry, liebe Männer. Andermal vielleicht. Obwohl ich ehrlicherweise bezweifle, dass ich über die Größe einer Oberweite tatsächlich so viel schreiben könnte. Das überlasse ich gegebenenfalls besser Euch.

Nun aber erstmal zum Doppel-Date.

Hattet ihr schon mal eines?

Ein waschechtes Doppel-Date?

Geplant oder zufällig?

Selbst initiiert oder arrangiert?

Freiwillig oder erzwungen?

Bewusst oder erst im Nachhinein als eines realisiert?

Wie bereits erwähnt, funktioniert mein Verdrängungsmechanismus überraschend gut – zu gut, um ehrlich zu sein (Demenzgefahr?).

Jedenfalls erinnere ich mich nur an ein einziges Doppel-Date.

Ein Einziges.

Und das hat gereicht.

Holy.

Aber gut.

Wo fange ich an?

Beim Setting.

Ich war plus-minus 16.

Und lebte in Hamburg.

Ja – ich komme aus Hamburg.

Super schöne Stadt. Unbedingt empfehlenswert (*Schleichwerbung, unbezahlt – wie offensichtlich).

Und ich hatte eine beste Freundin. Nennen wir sie – Lu.

Lu und ich kannten uns von einem gemeinsamen Nebenjob in einem der führenden Luxushotels Hamburgs. Wir waren Aushilfskräfte, die immer dann ihren Namen in das schwarze Buch, das Veranstaltungsbuch, schreiben konnten, wann immer wir das Bedürfnis nach mehr Taschengeld oder Knechtschaft hatten.

Am dem Tag, als ich Lu kennenlernte, war es eine 16-Stunden-Schicht. Sechzehn. Ich war 15.

Es gibt sicherlich kaum einen Nebenjob, der in dem Ausmaß so zusammenschweißt – glücklicherweise nur halb wörtlich gemeint.

Lu und mich.

Lu und ich wurden beste Freundinnen.

Und natürlich eskalierten wir zusammen im Hamburger Nachtleben.

So ziemlich jedes Wochenende.

Auch an dem Abend des Doppel-Dates – wenngleich weniger verwegen.

Wie es dazu kam?

Sie hatte irgendwo eine Bekanntschaft gemacht, mit der sie sich gern treffen wollte. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob er von Anfang an Besuch hatte oder einfach einen Freund mitbringen wollte, oder ob die grandiose Idee, mich mitzunehmen, von ihr stammte.

Jedenfalls bat sie mich, mitzukommen und versprach, dass es ein entspannter Abend werden würde.

Pustekuchen.

Auf die Idee, dass es ein waschechtes Doppeldate und für mich zudem ein Blind-Date war, kam ich erst vor Ort.

Wir trafen uns in der Schanze, einem In-Stadtteil Hamburgs und gingen in eine coole Bar, das Goldfischglas.

Die beiden waren glücklicherweise nett und es begann ein lustiger Abend zu werden – bis wir im Laufe des Gesprächs auf den silbernen Armreif meines indirekten Dates zu sprechen kamen.

Ab da ging es steil bergab.

Wörtlich.

Warum?

Weil ich die glorreiche Idee hatte, mir den Armreif genauer anschauen zu wollen und ihn blöderweise fallen ließ.

Ja und?

Ja und!?

Er fiel zu meinem maximalen Unglück in den einzigen kleinen Heizungsschlitz, den es weit und breit unter uns gab.

In.

Den.

Heizungsschlitz.

!

Hatte ich erwähnt, dass es ein Geschenk seiner (verstorbenen?) Großmutter zu einem besonderen Anlass war?

Emotional, als auch monetär wertvoll?

Ihm viel bedeutete?

Und dass wir auf einer Barhocker-hohen Sitzbank schräg neben dem Eingang saßen?

Direkt über dem rustikal-individuellen Heizungsschlitz?

Fantastisch.

Ja, aber…?

Here we go.

Wir unterhielten uns über seinen Armreif, der meines Erachtens nach durch seine Form ein wenig zu weiblich angehaucht war (no offense – vllt war es auch die Meinung der viel zu guten Caipis).

Da wir, wie es schien, kein spannenderes Gesprächsthema hatten, dass den Fokus weg von dem Silberstück gelenkt hätte, bat ich ihn, mir diesen genauer anzuschauen.

Fragt bitte nicht wie, aber irgendwie habe ich es geschafft, ihn fallen zu lassen.

Punktlandung.

Applaus.

In den dünnen Schlitz des unter uns angebrachten Heizkörpers.

Fan-tas-tisch.

Und dann?

War es meine Aufgabe, diesen wieder heraus zu bekommen.

Wie offensichtlich.

Freude.

Ab diesem Zeitpunkt müsste mein Verdrängungsmechanismus eigentlich einsetzen.

Spätestens ab da ging es nämlich steil bergab.

Nicht nur für das Silberstück – auch für mich (wörtlich) und meine Würde.

Ein wenig peinlich berührt rutschte ich von unserer Hocker-Bank in Richtung Heizung und realisierte erst kurz später, dass dies kein kurzes Verfangen werden würde.

Dass ich den Armreif nicht einfach greifen und so tun könnte, als sei nichts gewesen.

Nope.

Denn natürlich war der Schlitz nicht flach oder so konzipiert, als dass man den Armreif leicht hätte herausziehen können.

Ganz im Gegenteil.

Er war super schmal und tief.

Und der Armreif selbstverständlich direkt hineingerutscht.

Famos.

Den Rest des Abends verbrachte ich folglich unterm Tisch.

Unter.

Dem.

Tisch.

Kein Scherz.

 – Leider.

Ein Arm stützend auf der Heizung. Den anderen halb im Heizungsschlitz versenkt. Halb zerquetscht, knallrot und viel zu warm im Schlitz der Heizung – auf der unergründlichen Suche nach dem silbernen Reif.

Hauptgewinn.

Bei meinem Glück war die Heizung selbstredend an.

Da Wärme wie man weiß nicht unbedingt für ihre abschwellende Wirkung bekannt ist, hatte ich zudem etwas Angst, meinen Arm nicht mehr heraus zu bekommen. Die extra Aufmerksamkeit durch einen Krankenwagen wäre sicherlich das mitunter Einzige gewesen, das die ohnehin schon peinliche Situation hätte übertrumpfen können.

Schließlich war ich unter der hohen Bank in direktem Blickfeld des Eingangs der Szene-Bar – an einem Samstag.

Sichtlich peinlich.

Sichtbar peinlich.

Hockte ich dort.

Unter dem Tisch.

Und schämte mich.

Und versuchte meinen glühenden, schmerzenden Arm zu ignorieren.

Und die Enge der verdammten Heizung.

Die interessierten Mitmenschen auszublenden.

Und mir nicht vorzustellen, wie ich es hätte kommunizieren sollen, dass ich sein Erbstück versenkt hatte.

Nach einer gefühlten und erlebten Ewigkeit – viel zu lang – bekam ich den verhassten Armreif endlich heraus und brauchte dringend einen doppelten Drink.

Was für ein Abend.

Klar – im Nachhinein betrachtet ist es eben im Nachhinein witzig. Aber ist es das nicht immer?

In den endlosen Momenten der unendlichen Tiefen des Heizungsschlitzes war es allerdings alles andere als amüsant.

Dies blieb soweit ich mich erinnern kann mein einziges Doppeldate.

– Quelle surprise.

Deine,
B.

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